Zum Klassenerhalt fehlte den Nasenbären ein Punkt

Abenteuer 1. Bundesliga: Rostocker Nasenbären in der Gesamtbilanz 2013


Rostock, 19.11.2013,

Zur Halbzeit der Meisterschaft 2014 in der ersten Skaterhockey-Bundesliga war man bei den Rostocker Nasenbären noch guter Dinge, den Klassenerhalt schaffen zu können. „Der Prozess des Lernens ist mit den ersten elf Spielen eigentlich vorbei. Jeder von uns weiß jetzt, was für unser Ziel notwendig ist und muss sich im zweiten Teil der Saison richtig reinknien“, war Anfang Juni die Meinung vom Vereinsvorsitzenden Christian Ciupka. Er sah es als Vorteil für die Mannschaft an, dass sieben der noch auszutragenden elf Begegnungen der Rückrunde in der eigenen, von allen Gästemannschaften hoch gelobten OSPA Arena stattfanden. Doch dieser Vorteil wurde in der Folgezeit nicht genutzt. Das Rostocker Team gewann nur noch mit 13:8 Toren gegen den Mitabsteiger Bremerhaven Whales. Am Ende stand man nach der 5:8-Niederlage beim Crefelder SC mit dem Konkurrenten punktgleich bei nur zwölf Zählern auf einem Abstiegsplatz. Es fehlte so ein ganzer Pünktchen. „Hier zählte dann die Spiele gegeneinander“, erklärte Mannschaftskapitän Christian Herrmann die Situation am Ende der Meisterschaft. „Crefeld war mit 3:2 Punkten nach die Penalty-Niederlage bei uns und ihren Heimsieg besser und bleibt so in der ersten Liga.“ Diesen einen Zähler für den Klassenerhalt vergaben die Rostocker Cracks nicht nur gegen den Crefelder SC. In der Rückrunde war beim 7:8 gegen die Duisburg Ducks und auch beim 6:7 gegen die Highlander Lüdenscheid in eigener Halle deutlich mehr möglich. Selbst gegen den amtierenden Meister Augsburg wäre statt der 5:8-Niederlage bei voller Kapelle ein Sieg drin gewesen. Doch die Rostocker Nasenbären spielten meistens nicht mit dem ersten Aufgebot, mehrfach sogar nur in Unterbesetzung, was noch zusätzliche Kosten in Form von Strafgeldern verursachte. In der Defensive vermisste man schmerzlich den verletzten Paul Paepke, der nur acht Spiele bestreiten konnte. Ebenso Tony Walther, der nach vier Einsätzen gar nicht mehr im Team auftauchte. Man hatte im Vorfeld auf die Zweitliga-Top-Scorer des Vorjahres Sascha Hainke (42 Punkte) und Ronny Marquardt (40 Punkte) ganz verzichtet. Dafür kamen die drei dänischen Nationalspieler Mads Tolstrup Nielsen im Tor sowie Kristian und Søren Damgaard als Spieler, die nicht nur eine menschliche Bereicherung, sondern auch eine wirkliche sportliche Verstärkung für die Nasenbären waren. Die weiteren Neuen im Team hatte nur bei der ersten Pressekonferenz klare Vorstellung von ihrem Rostocker Engagement. Nach nur vier Einsätzen war Marek Strzelecki nicht mehr dabei. Marco Jagnow schaffte es noch auf neun Einsätze, bevor er sich abmeldete und Patrick Folkert spielte nur achtmal. Auf die Teamliste befanden sich vor dem ersten Spiel noch David Hördler, der am Ende nur einmal im Einsatz war, und Ronny Schneider, der gar nicht in das Spielgeschehen der Erstligasaison eingriff. Als Verstärkung im Verlaufe der Saison angekündigt, waren dann Erik Haiduk und Paul Stratmann vom benachbarten Rostocker EC eine wirkliche Hilfe, die aber den Abstieg auch nicht verhindern konnten, weil man sich mit dem REC zu spät über deren Einsatz einig wurde. Chris Otten (Bissendorf) und Keven Gall (REC) hatten dagegen nicht mehr so recht für die Nasenbären eine Wirkung. So kamen in der Endabrechnung 34 Akteure (Welch ein Potential, mögen da mancher sagen!) in den 22 Erstligaspielen zum Einsatz. Aber zu selten war es eine volle Besetzung. Es wurde kaum gemeinsam trainiert und so auch keine sportliche und mannschaftliche Geschlossenheit erreicht. Fazit: Mit einem „aufwendigen Reisekader“ (Originalton Christian Ciupka) kann man zwar in der ersten Bundesliga mitspielen, die Klasse aber nur mit viel Glück halten. Für die kommenden Aufgaben muss diese Situation verändert werden. Die jetzt wiedergefundenen Gemeinsamkeiten mit dem Rostocker Eishockey Club scheinen dafür eine gute Grundlage zu sein. Wie und mit welchem sportlichen Potential es jetzt und in der Saison 2014 aber konkret weitergeht, wird in den nächsten Wochen noch zu klären sein.

Renate Kudruhs

Statistik zu den Rostocker Nasenbären in der Erstliga-Saison 2013:

Die Stammformation im Tor mit Mads Tolstrup Nielsen (20 Einsätze/eine Vorlage), Felix Thomas (13) und Henry Thode (8) sowie als Spieler Kristian Damgaard (21 Einsätze/ 21 Tore/ 18 Vorlagen), Søren Damgaard (19/18/10), Christian Herrmann (21/14/14), Viatcheslav Koubenski (22/17/10), Christian Ciupka (21/14/11), Jürgen Brümmer (20/10/12), Jörg Müller (22/8/9), Eric Haiduk (8/5/9), Paul Stratmann (4/2/5), Paul Paepke (8/2/4), Karol Bartanus (3/2/2), Martin Doerjer (1/3/0), Chris Otten (6/1/2), Partrick Folkert (8/0/3), Marco Jagnow (9/1/1), Marek Strzelecki (4/0/2), Johannes Kuhlmey (9/0/1), Tony Walther (4), Kevin Gall (4) und David Hördler (1).

Außerdem halfen aus: Im Tor Tommy Husmann (2), Marcus Strohschen (1) und Ingo Maßmann (1) sowie als Spieler Jason Horst (1/2), Kenneth-Floyd Schnabel (1/1), Thomas Laatz (2), Mario Breneizeris (1), Felix Birkholz (1), Marcel Dachner (1), Christian Schulz (1) und Michael Rönnfeldt (1).

Topscorer der Rostocker Nasenbären 2013

Der Top-Scorer bei den Rostocker Nasenbären wurde in der Saison 2013 Kristian Damgaard. Der dänische Nationalspieler erzielte selbst 21 Treffer und gab 18 Vorlagen für Rostocker Tore. Mit 39 Punkten nimmt er so Platz 20 in der Statistik der gesamten ersten Liga ein.

Foto: Renate Kudruhs

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