Interview mit Nasenbären-Chef und Kodiak-Trainer Christian Ciupka

Start in die Nasenbären-Saison mit Pokalspiel

ROSTOCK    

Aus Anlass der gegenwärtig laufenden Eishockeysaison und in Vorbereitung der Meisterschaft im Inlineskater-Hockey sprach die NNN mit Nasenbärenchef und Kodiak-Trainer Christian Ciupka zur aktuellen Lage im Rostocker Verein.

Herr Ciupka, halten Nasenbären und Kodiaks um diese Zeit nicht Winterschlaf?

Ehrlich gesagt, damit habe ich mich noch nicht beschäftigt. Bei den Kodiakbären ist es in der Natur wohl so, bei den Nasenbären auf dem amerikanischen Kontinent glaube ich nicht. Was uns betrifft, halten sich die Kodiaks und der größte Teil der Nasenbären derzeit beim Eishockey fit. Die Kodiaks spielen ihre erste Saison in der Ostsee-Liga mit. Und dies nicht schlecht. Die meisten Akteure des Nasenbärenteams spielen bis zum Beginn der Inlineskater-Saison noch in verschiedenen Eishockeyteams in Rostock, Klink, Timmendorfer Strand und Hamburg mit.

Die Rostocker Nasenbären sind jetzt als Verein fünf Jahre alt. Wie war dazu die Bilanz auf der letzten Mitgliederversammlung?

Weitgehend gut, ja eigentlich sehr gut. Unsere wirtschaftliche Situation bewegt sich im Bereich der schwarzen Zahlen, was aber nicht bedeutet, dass wir nicht noch weitere Sponsoren und Förderer gebrauchen könnten. Die Zahl der Mitglieder liegt nach dem Zusammengehen mit den Kodiaks etwa bei 100, was aber auch noch nicht das Ende unserer Möglichkeiten ist. Neben den beiden Inlineskater-Teams und den Einshockeycracks besteht noch eine Nachwuchsgruppe, die noch weiteren Zuwachs vertragen könnte. Daran werden wir weiter intensiv arbeiten.

Und wie sieht die sportliche Bilanz aus?

Die muss wohl von zwei Seiten betrachtet werden. Nach mehreren Jahren erste Bundesliga konnten wir diese Klasse in der vergangenen Saison nicht halten. Der Abstieg, der vor allem aus personellen Gründen nicht vermieden werden konnte, ist der negative Teil. Gleichzeitig ist es aber auch eine Zäsur für eine Neuorientierung. Die sieht so aus, dass wir in der zweiten Bundesliga Nord zwischen Flensborg, Wilhelmshaven, Lüneburg und Berlin mit einer neuformierten Mannschaft vorne mitspielen wollen und gleichzeitig mit einer zweiten Mannschaft in der Landesliga Hamburg in den Punktspielbetrieb starten. Insgesamt wird es da auch eine intensive Zusammenarbeit über die Saison von Anfang April bis Mitte September mit unserer Eishockey-Abteilung geben. Auch von da erhoffen wir uns Zuwachs.

Wann beginnt die gezielte Vorbereitung auf die Inlineskater-Hockey-Saison?

Sportlich ist sie eigentlich mit den Eishockeyspielen voll in Gange, zumindest was Athletik, Kraft und Ausdauer betriff. Die speziellen Trainingseinheiten folgen dann unmittelbar vor dem Punktspielbetrieb, der in der zweiten Bundesliga aus Kostengründen weiterhin in der Sporthalle Bertha-von-Suttner-Ring in Toitenwinkel stattfinden wird. Wir hätten gerne wieder in der Scandlines Arena gespielt, können uns dies aber finanziell noch nicht leisten.

Steht die neue Mannschaft für die zweite Bundesliga denn schon?

Im Großen und Ganzen ja. Ohne hier schon Namen nennen zu wollen, ist es eine schlagkräftige Truppe, die sich aus acht Semiprofis und acht Amateurspielern zusammensetzen wird. Weitere Spieler haben die Chance über gute Leistungen in der zweiten Mannschaft und bei personellen Engpässen im Zweiligateam zu spielen. Ich glaube, damit sind wir gut aufgestellt, besser als in der vergangenen Saison.

Steht unter diesen Bedingungen der sofortige Wiederaufstieg für die Nasenbären auf dem Plan?

Das hängt vom sportlichen Abschneiden in der zehn Mannschaften umfassenden Staffel Nord ab. Wir möchten schon, müssen dann aber die Strukturmaßnahmen des Verbandes abwarten, der über eine einstafflige erste Bundesliga nachdenkt. Dann muss eine Kosten-Nutzen-Rechnung darüber entscheiden, ob sich für uns hier ein Start wirklich lohn. Hinzu kommt eine Entscheidung der Mannschaft zu einem viel höheren Zeitaufwand für Training und Wettkampf.

Wann geht es dann wieder richtig für Mannschaft und Fans los?

Die Mannschaft wird erstmalig in der Pokalrunde gefordert. Da muss sie am 19. oder 20. März zu den Piranhas nach Oberhausen. Die Zuschauer müssen sich noch bis zum ersten Heimspiel im April gedulden, das aber vom genauen Termin noch nicht feststeht.

Mit Christian Ciupka sprach Renate Kudruhs.

Christian Ciupka

Nasenbären-Chef und Kodiak-Trainer Christian Ciupka in seinem Element.

Foto: Renate Kudruhs

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