PREVIEW: Wer ist am Ende Chef im Ring? Pokal-Achtelfinale in Uedesheim

ISHD-Pokal: Uedesheim Chiefs – Rostocker NASENBÄREN, So. 07.06.2009


Rostock, 03.06.2009

Auch wenn Fortuna den NASENBÄREN mit ihrem Losglück erneut nicht holt war und ihnen erneut ein Heimspiel verwehrte, hätte die Auslosung für das Achtelfinale des ISHD-Pokals auch schlimmer für die Norddeutschen sein können. Sicher, Uedesheim bei Neuss am Rhein ist nicht gerade um die Ecke gelegen und mit  Waltrop, Bochum, Oberhausen & Co. gäbe es auch vermeintlich leichtere unterklassige Gegner.
Dankbar hingegen ist man an der Ostsee, dass man nicht in Augsburg, Landau oder Schwabmünchen antreten muss. Und so liegt man mit den Chiefs letztendlich doch nicht so schlecht, vor allem, weil der Bundesligist bislang in der Südgruppe der Liga nicht gerade Bäume ausreißen konnte. Obwohl man im Chiefs-Garden in der 2. Rundes des Pokalwettbewerbes etwas überraschend die favorisierten jedoch arg dezimierten „Highlander Lüdenscheid“ aus dem Wettbewerb warf, stehen für die Rheinländer nach 6 Liga-Spielen bislang lediglich 2 Zähler durch den 13:1-Kantersieg zu Hause gegen die „Badgers Spaichingen“ zubuche. Dies bescherte den erfolgsgewohnten Rheinländern nur den vorletzten Tabellenplatz. Während man im Auftaktspiel gegen den Südprimus HC Köln-West noch „planmäßig“ verlor, zog man in Menden und Schwabmünchen sowie auf heimischem Parkett gegen den TV Augsburg und die Nachbarn aus Düsseldorf zum Teil knapp und oft auch unglücklich den Kürzeren. Zudem mussten die Chiefs nicht nur die lange Sperre ihres Kapitäns Marcel Mörsch verkraften, sondern auch noch den unerwarteten Rücktritt ihres Headcoaches Peter Schrills. Die Uedesheimer, die im Jahre 2005 im Endspiel gegen die Samurai Iserlohn bereits den ISHD-Pokal erringen konnten, galten auch in dieser Spielzeit als Mannschaft mit viel Potential und sind mitnichten so schlecht, wie es der Tabellenplatz momentan darstellt, was Ex-Coach Peter Schrill bei seinem Rücktritt deutlich klarstellte. Von der langen Verletztenliste konnte sich zuletzt zwar Bastian Remer ins Geschehen zurückmelden und auch der Wechsel von Dave Leverenz aus Kaarst zurück zu den Chiefs, macht sich sicher positiv in der Tiefe des Kaders bemerkbar, wichtiger jedoch dürfte der neue Trainer der Rheinländer sein, den Team-Manager Peter Lehmann noch vor Pfingsten aus dem Hut zaubern konnte, nachdem er von Schrills Rücktritt völlig unvorbereitet erwischt wurde.
Dass er mit Gerwin Elesen nicht nur einen hervorragenden Vereins-Trainer, sondern auch den aktuellen Coach der niederländischen Skaterhockey-Nationalmannschaft für die Chiefs verpflichten konnte, gleicht einem Paukenschlag. Der Niederländer hat das Training des Bundesliga-Kaders ab dieser Woche übernommen. Bei den Rheinländern wurde Elesen, der in den letzten drei Jahren hintereinander mit den „Utrecht Disasters“ die niederländische Meisterschaft gewinnen konnte, am Dienstag um 18 Uhr im Clubheim der Bezirkssportanlage der Öffentlichkeit vorgestellt.
Wenn man also dem Sprichwort glauben schenken darf, dass neue Besen gut kehren, erwarten die NASENBÄREN am Samstag also komplett andere Chiefs als noch zuletzt. Das macht die Pokal-Aufgabe für die Warnowstädter natürlich nicht einfacher, agierte man doch auswärts bislang mit kleinem Kader eher harmlos und schrammte bei der Regionalliga-Vertretung der Düsseldorf Rams nur haarscharf an einer Pokal-Blamage vorbei. Mut macht Spielertrainer Christian Ciupka momentan lediglich, dass man beim letzten Ligaspiel auswärts bei den „Maidy Dogs“ des Ahauser SV endlich einmal mit vernünftiger Kaderstärke agieren konnte und am Ende verdient den Sieg davon trug. Ähnlich stark aufgestellt würde er am liebsten auch am kommenden Wochenende im Rheinland aufspielen, wobei ihn momentan jedoch erneut akute Personalsorgen plagen. Bleibt nur zu hoffen, dass die NASENBÄREN, trotz aller Probleme, Chef im Ring bleiben, um die Mission „Pokalsieg“ nicht schon im Achtelfinale begraben zu müssen.
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